Zu Himmelfahrt 2014 auf der Oder

 

 

Hallo Sportfreunde!

 

  Auch in diesem Jahr haben wir nun unsere Tradition einer Wanderfahrt in den Tagen um Christi Himmelfahrt fortgesetzt. Dieses Mal hat es uns praktisch an den Rand der logistischen Durchführbarkeit geführt. Denn die Oder, auf der wir von Frankfurt bis Stettin unterwegs waren, ist nun einmal deutlich weiter weg als umliegende Gewässer wie zum Beispiel Saale und Havel.
  Zumindest vom Wetter her haben wir genau die richtigen Tage abgepasst. Während unsere Anfahrt mit Transporter und Bootsanhänger nach Frankfurt am Mittwoch vor Himmelfahrt noch in Regenfluten versank, blieb es am Himmelfahrtstag selbst schon durchweg trocken. Am gleichen Abend zeigte sich dann auch die Sonne, die sich in den folgenden drei Tagen nur noch selten hinter einzelnen Wolken versteckte. Einzig der aus Norden kommende Wind brachte mitunter ein etwas verlangsamendes Element in unsere Fahrt, und seine Wellen haben uns auf der Überfahrt des Dammschen Sees bei Stettin doch ordentlich durchgeschaukelt.
  Die erste Etappe führte uns vom Bootshaus des Frankfurter Ruderclubs nach Kienitz, einem kleinem Ort im Oderbruch. Der dortige Naturerlebnishof "Uferloos" bot uns als Nachtlager eine Jurte, in der wir uns angesichts von Nachttemperaturen um 5°C trotz bereitgestellter Wolldecken aber kaum warm halten konnten.
Am Folgetag, der mit 70 km längsten Etappe unserer Tour von Kienitz nach Schwedt, ergab sich die Möglichkeit, in einem mit der Oder verbundenen Baggersee auf polnischer Seite die Badequalität des Oderwassers zu testen, was sich zumindest zwei unserer Tourteilnehmer nicht entgehen ließen. Die restlichen 20 Tageskilometer hieß es ausnahmsweise "volle Kraft voraus", da für die zu erreichende Schwedter Stadtschleuse eine letzte Tagesschleusung um 19:45 Uhr angekündigt war. Uns glückte eine Punktlandung (Ankunft an der Schleuse um 19:40 Uhr(!)), bevor wir beim Wassersport PCK Schwedt anlanden konnten.
Auf der Abschlussetappe, 60 km von Schwedt nach Stettin, ließen wir etwa sieben Kilometer flussabwärts der Schwedter Querfahrt schließlich die Grenze hinter uns, um der Oder nach Polen hinein zu folgen. Auf der Westoder konnten wir dabei zum Ende der Etappe einen ersten Eindruck von Stettin gewinnen, bevor unsere Wanderfahrt in der Stettiner Marina am Südende des Dammschen Sees zu Ende ging.
  Während der Fahrt auf dem Strom, welcher ab dem Zufluss der Warthe bei Küstrin nur noch gemächlich dahinfließt, hatten wir praktisch die ganze Zeit den Fluss für uns allein, da wir nur sehr selten mit Frachtschifffahrt oder dem ein oder anderen Freizeitkapitän in Berührung kamen.
Zum pausenbedingten Anlanden gab es auf der gesamten Fahrtstrecke nur wenige geeignete Stellen, um uns zu versorgen oder einfach nur mal die Beine zu vertreten. Daher waren die direkt am Fluss gelegenen Gaststätten in Lebus und in Hohenwutzen auch willkommene Möglichkeiten, zum Mittagessen einzukehren.
  Im Gedächtnis bleiben werden mir auch die von Frankfurt bis zum Abzweig der Westoder nördlich von Schwedt an jedem Kilometer zu sehenden Grenzpfosten in den entsprechenden Landesfarben (schwarz-rot-gold sowie rot-weiß), welche uns jedesmal daran erinnerten, dass wir auf dem Grenzgewässer zwischen Deutschland und Polen unterwegs waren.
  Bevor es schließlich am letzten Tag auf eine viereinhalbstündige Rückfahrt nach Magdeburg ging, ergab sich den verbliebenen Teilnehmern der Wanderfahrt (zwei von uns mussten erst noch nach Frankfurt, um von dort Fahrzeug und Anhänger zu holen) noch die Möglichkeit einer kleinen Stadtbesichtigung von Stettin.
  Alles in allem hatten wir eine anstrengende, aber herrliche Wanderfahrt, auf die wir gerne zurückblicken.
  Also dann, MANNSCHAFT STEIGT AUS! Bis zum nächsten Mal

Euer Stephan

 

2014.07.06 So