Fahrtenbericht Wesermarathon

 

 

Der 3. Mai in diesem Jahr war ein Tag, der uns an unsere Ruder-Grenzen geführt hat: 135km - 4 Männer und 1 Frau 13 Stunden in einem Boot auf der Weser - 12 300 Ruderschläge - 4 Pausen an Land – 8 Power-Riegel und 12 Ostereier.

Der Marathon begann für uns in Magdeburg am Bootshaus. Die Stör, das Boot mit den bequemsten Sitzen(!), wurde am frühen Samstagnachmittag verladen. Anschließend ging es dann auf nach Hannoversch Münden. Glücklicherweise hatten wir einen Landdienst, der nebenher fuhr. So mussten wir das Auto nicht bis nach Hameln, zum Zielort, fahren und mit dem Shuttlebus oder Zug zurückfahren. Das ersparte eine Menge Zeit, die wir so am Abend vor dem großen Tag in die Besichtigung der Stadt und des Wesersteins (sehr sehenswert!) sowie eine gediegene Stärkung investieren konnten. Übernachtet wurde mit zahlreichen anderen Ruder- und Paddel-Wütigen im Ruderverein Hann.Münden. Die Nacht war kurz und geräuschvoll!! So waren wir 4.45Uhr fast ein bisschen froh, dass sie vorbei war.

Eine Stunde später, 5.45Uhr – die Weser war noch nebelverhangen, der Tag noch im Werden und sehr frisch– saßen wir als eine der ersten Ruderer im Boot. Jedoch waren schon zahlreiche Paddler auf dem Wasser, die sich lautlos wie Schattenwesen durch die Dämmerung bewegten. Ein wunderschöner Eindruck!

Nach etwa 20 Kilometern und unzähligen überholten Kajaks und Kanadiern, sogar einigen Ruderbooten wollte der Steuermann wegen Frostgefahr ausgetauscht werden und wir gingen kurz an Land. Nun gab es auch endlich das lang ersehnte Frühstück. Weiter ging es auf die nächsten 30 Kilometer, auf denen wir nun schon manches bekannte Boot zum zweiten Mal überholten. Die Sonne versteckte sich noch im Weserbergland, das das Ufer des sich dahinschlängelnden Flusses säumte.

Gegen Mittag wurde es langsam angenehmer und unsere Mittagspause machten wir um 13.00Uhr nach 7 Stunden auf dem Wasser bei Kilometer 80. Eine Silber-Medaille hatten wir nun schon sicher!! Der Landdienst stieß mit dem Auto zu uns und wir konnten unsere Vorräte wieder auffüllen. Aufgrund des in der Nacht gesammelten Schlafmangels fiel die Pause jedoch etwas länger aus. Frisch gestärkt, allerdings einsamer als zuvor – von nun an überholten wir kaum noch andere Boote, die aber zum Teil ja auch nur eine Bronze- oder Silber-Medaille erreichen wollten – ging es weiter. Nur noch 55 Kilometer! Weit über die Hälfte hatten wir schon geschafft.

Doch diese Kilometer zogen sich hin. Auch die Weser floß jetzt etwas langsamer. Eine letzte Pause legten wir an einem Campingplatz bei Bodenwerder ein. Langsam machte sich das lange Sitzen bemerkbar und immer öfter wurden kurze Wasserpausen nötig, um mal die Muskeln zu lockern und nochmal Energie aufzunehmen. Eine der letzten machten wir am Kernkraftwerk Grohnde. Die letzten 10 Kilometer waren die schwersten. Hier nochmal durchzuziehen kostete viel Kraft. Auf den letzten 3 Kilometern fing es leicht an zu regnen. Die Stimmung im Boot war jedoch standhaft und 18.45Uhr waren wir dann endlich im Ziel! Nachdem wir uns aus dem Boot und das Boot aus dem Wasser gehieft hatten, konnten wir unsere Medaillen abholen und uns vor der Heimfahrt noch am Grillstand und Zapfhahn des Kanuclub Hameln etwas aufbauen. Dann ging es in strömenden Regen (Da haben wir echt Glück gehabt!) wieder Richtung Heimat – im Gepäck stolze 135 Ruder-Kilometer und je eine Gold-Medaille!

Mal sehen, wann wir das nächste Mal diese Strapazen auf uns nehmen. Gelohnt hat es sich auf jeden Fall!!

Juliane


 

 

   
   
   
   

 

2015.09.18 So